Die Frau aller (Völker) erscheint in Amsterdam

Ist sie die Gekreuzigte oder betet sie vor dem Kreuz?

Erweckt denn dieses Bild nicht den Eindruck, die Frau hier sei die Gekreuzigte und nicht Christus, unser Erlöser? Die Hände sind zwar nicht ans Kreuz genagelt, aber dennoch wird der Eindruck erweckt, Maria nehme die Rolle Jesu ein. Sie selbst sei die Gekreuzigte.

 

Und der geforderte Titel der Miterlöserin kann nun so interpretiert werden, dass beide, Jesus und Maria, für uns am Kreuz gestorben sind. Doch das ist falsch!

 

Oder möchte hier jemand behaupten, es sei die Gottesmutter, die hier nur mit dem Sohn mitleidet, wie es im Stabat mater besungen ist?

Fehlanzeige, denn ich sehe hier keinen Jesus am Kreuz!

 

Oder möchte hier jemand behaupten, die Frau bete hier vor dem Kreuz?

Mitnichten! Sie wendet doch dem Kreuz den Rücken zu! Verehrt man das Kreuz, indem man sich von ihm abwendet, wegschaut?

Der biblische Begriff der Frau

Dieser Abschnitt basiert auf den Erkenntnissen von "S.Wolf" hier. Sie bilden das i-Tüpfelchen der ganzen Analyse:

 

Am Begriff "Frau" im Titel "Frau aller Völker" an sich ist nichts zu beanstanden. Mit "Frau" wird Maria in Gen 3,15 bezeichnet. Sie ist die Neue Eva, die (neue) Frau, die der Schlange den Kopf zertritt. Man spricht von dieser Stelle auch als dem Protoevangelium. Kommen wir aber zum eigentlichen Evangelium, und da stellen wir fest, dass Christus sie als eben diese "Frau" zu Beginn und am Ende seiner Mission bezeichnet hat. So steht also der Begriff "Frau" hier als Umrahmung des Erlösungsgeschehens und bekräftigt damit ihren Titel als Miterlöserin. Sie ist die Miterlöserin, denn sie hat, da sie ohne jegliche Sünde, ja sogar ohne Erbsünde war, Gott die Möglichkeit gegeben, in ihrem Leib, mit dem sie ihn "umrahmt" hat, leidensfähiges Fleisch anzunehmen, in dem Jesus letztlich die Erlösung vollbringen konnte.

 

So rufen wir Christen sie im Gebet "Unter Deinem Schutz und Schirm" mit "Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin" an. Sie ist also die Frau, die Miterlöserin der Christen, die das Gottesvolk, die Kirche bilden. Sie ist Frau eines Volkes, des Gottesvolkes, das nach Erlösung verlangt, nicht aber "Frau aller Völker".

 

Das Erlöserblut Christi wird zwar allen angeboten, nicht aber alle nehmen es an. Deswegen sprechen Christus und seine Kirche von Seinem Blut, das für viele vergossen wird. Sagten Christus und seine Kirche "für alle", würde dies der Allerlösungs-Lehre das Wort reden. Ebenso würde mittels des Amsterdamer Marien-Titels "Frau aller Völker" das von den Amsterdamer Erscheinungen geforderte Dogma Maria Miterlöserin völlig falsch, und zwar im Sinne einer "Allmiterlösungs-Lehre" verstanden.

Die Hure Babylon

Sehen wir uns nun den Begriff "Frau aller Völker" näher an.

Wie wir oben gesehen haben, muss mit "Frau" keine Ehefrau gemeint sein,

Dennoch vermittelt der Beginn dieses Titels mit "Frau aller" bereits den Eindruck, dass es sich hier um eine Frau handelt, die sich jedem Manne hingibt. Man nennt so eine Frau eine Hure.

Gibt es nun der Heiligen Schrift eine Stelle, wo jemand Frau mehrerer oder gar aller Völker ist? Antwort: Ja, und zwar in der Offenbarung des Johannes.

In Offb 14,8 heißt es: "Und ein zweiter Engel folgte, der sprach: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt; denn sie hat mit dem Zorneswein ihrer Hurerei getränkt alle Völker." Diese Stelle besagt also, dass alle Völker werden mal von der Hure Babylon getränkt werden. Sie ist die "Frau aller Völker".

Und Offb 17 beginnt so:
"Dann kam einer der sieben Engel, welche die sieben Schalen trugen, und sprach mit mir. Er sagte: Komm, ich zeige dir das Strafgericht über die große Hure, die an den vielen Gewässern sitzt. Denn mit ihr haben die Könige der Erde Unzucht getrieben und vom Wein ihrer Hurerei wurden die Bewohner der Erde betrunken."

Danach wird diese Hure als hurerische Frau gezeigt:
"Im Geist entrückte der Engel mich in die Wüste. Dort sah ich eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, . . . Die Frau . . . hielt einen goldenen Becher in der Hand, der mit dem abscheulichen Schmutz ihrer Hurerei gefüllt war. Auf ihrer Stirn stand ein Name, ein geheimnisvoller Name: Babylon, die Große, die Mutter der Huren und aller Abscheulichkeiten der Erde."

Und in Vers wird dann erklärt:

"Und er sagte zu mir: Du hast die Gewässer gesehen, an denen die Hure sitzt; sie bedeuten Völker und Menschenmassen, Nationen und Sprachen."
Die große Hure, die an vielen Gewässern sitzt, wie Offb 17 beginnt, ist also eine hurerische Frau sitzend bei vielen Völkern. Auch damit ist der Titel der Amsterdamer Erscheinung, "Frau aller Völker", sehr gut beschrieben.

Kritik am Gebet der Frau aller Völker

Jetzt das Gebet der Frau aller Völker mit Kommentarnummern in Klammern:


Herr Jesus Christus, Sohn des Vaters (1),
sende jetzt (2) deinen Geist über die Erde,
damit sie bewahrt bleiben möge vor Verfall, Unheil und Krieg!
Möge die Frau (3) aller Völker,
die einst (4) Maria war,
unsere Fürsprecherin sein!


(1) Die Bezeichnung "Sohn des Vaters" bietet zwar keine Information, steht aber ebenso im Gloria und ist von daher kaum angreifbar. Allerdings wird im Gloria vom Kontext her klar, dass es sich um Gott Vater handelt, was im Gebet der Frau aller Völker nicht herausgestellt wird. Mit "Sohn Gott Vaters" würde man dagegen ein klares Bekenntnis zur Gottheit Jesu Christi abliefern.

 

(2) Es ist nicht richtig, dass, wie es in den Amsterdamer Botschaften heißt, der heilige Geist jetzt erst ausgesandt wird. Die Kirche, insbesondere die rechtmäßigen Päpste und die Kirchenlehrer waren seit jeher von ihm geleitet. Also kann es sich hier nur um die Aussendung eines anderen, neuen Geistes handeln, nicht um die des heiligen.

 

(3) Wir haben im vorigen Abschnitt "Die Hure Babylon" gesehen, dass der Titel "Frau aller Völker" nichts anderes als diese Hure Babylon umschreibt.

 

(4) Einst war die Frau aller Völker Maria. Will ich jetzt nicht weiter zu interpretieren versuchen, nur soviel, dass es mich an ein zur Hure gewordenes, einst aber unschuldiges Mädchen erinnert.


Auf jeden Fall lässt sich in dieses Gebet Übles hineininterpretieren, was nicht der Fall wäre, formulierte man es eindeutiger, etwa so:


Herr Jesus Christus, Sohn Gott Vaters,
sende den heiligen Geist über die ganze Erde,
damit sie bewahrt bleiben möge vor Verfall, Unheil und Krieg!
Möge seine Braut,
deine jungfräuliche Mutter Maria,
allen Völkern zur Fürsprecherin werden!

Die Botschaften an die Seherin Ida Peerdeman

Die Seherin Ida Peerdeman (aus findagrave.com)

Die Botschaften von Amsterdam an die Seherin Ida Peerdeman nehmen das Aggiornamento des Zweiten Vatikanischen Konzils vorweg: "Öffnet der ganzen Welt (und damit "allen Völkern") die Fenster!". Sie fordern all das Schädliche, was nach der Liturgiereform die katholische Kirche von innen her zerstört hat.

 

In einer Botschaft vom 7. Oktober 1945 heißt es: "Sie [die Frau] weist auf die Studenten, Priester und Geistlichen und sagt: „Eine bessere Ausbildung, mit der Zeit mitgehen, zeitgemäßer, sozialer“."

Und weiter:

"Dann sehe ich über unsere Kirche eine schwarze Taube fliegen, und die Frau zeigt auf diese Taube und sagt: Das ist der alte Geist, der muss verschwinden.“ …"

 

Bereits vom 29. August dieses Jahres lesen wir: ""Modernere, der heutigen Zeit angepasste Ausbildung" sagt "die Frau" ausdrücklich."

Und weiter:

"Allerlei Strömungen gehen über zum Sozialismus, was gut ist".

Und dann die Irrlehre:

"DER HEILIGE GEIST KOMMT JETZT ERST, wenn ihr darum betet."

 

Für Weiteres hierzu siehe den folgenden extern Link, woraus die zitierten Auszüge stammen:

Weitere externe Links

Maria Miterlöserin und Mittlerin aller Gnaden

In den Botschaften an Frau Ida Peerdeman fordert die angebliche Gottesmutter unter dem Titel "Frau aller Völker" das Dogma "Miterlöserin und Mittlerein aller Gnaden". Wie wir im Abschnitt "Der biblische Begriff der Frau" gesehen haben, wird hier aber der gerechtfertigte Titel Miterlöserin im Sinne der Allerlösungs-Irrlehre im Sinne von Mitallerlöserin missbraucht.

Selbst aber, wenn es sich hier um eine Titelforderung ohne Hintergedanken handelte, so ist es nie und nimmer der Stil der Mutter Gottes, ein Dogma für sich einzufordern. In Lourdes etwa erschien sie als die Unbefleckte Empfängnis nicht vor, sondern nach der Dogmatisierung, sozusagen zur Bekräftigung des Dogmas.

Die Einforderung des Dogmas der Corredemptrix (Miterlöserin) erschwert dessen Definition zudem dadurch, dass man ein Eingehen darauf als ein Nachgeben gegenüber auf dämonischen Erscheinungen beruhenden Botschaften werten könnte, die ja zudem den gerechtfertigten Titel der Miterlöserin im Sinne eines Irrlehrentitels der Mitallerlöserin aufscheinen lassen. Was hier die "Frau aller Völker" allenfalls bewirkt, ist, dass Maria eben nicht als Corredemptrix dogmatisiert wird, obwohl dieser Titel vollauf gerechtfertigt wäre.

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