Zu bemutterndes weinendes Kind und Priesterin von Manduria

Die Mitleidstour allgemein - Erfahrungen

Die Erfahrung lehrt mich, dass hinter Menschen, die allzu herzzerreißend auffällig nach Mitleid heischen, immer eine Betrügerbande steckt.


Wer hat noch nicht die Krüppel an Straßen oder Bahnhöfen gesehen, die mitleidheischend nach Geld betteln? Und es gibt tatsächlich Leute, die diesem Schauspiel nachgeben eine Geldmünze spenden. Zwei Polizisten kamen da mal am Bahnhof vorbei und versprengten den Mitleidheischenden Bettler und murmelten dabei: "Alles bandenmäßig organisiert!"

 

Zu meiner Studentenzeit geschah es, dass ein Tamile an der Kirche Sankt Joseph ganz armselig gekleidet nach Geld für seine Familie bettelte. Ich gab ihm öfter was. Da lud er mich in sein Asylantenheim, und siehe da, da war er mit einem ganz schönen Pulli gekleidet und feierte heiter mit seinen Freunden.

Zur der Sammlung von Geldern für Weisenhäuser in Drittweltländern wird den Eltern Geld geboten, wenn sie ihr Kind abgeben. Ist dieses mal abgegeben, wird es halb verhungern lassen, photographiert und so zur Werbung für das Spenden von Geldern für ein Weisenheim verwendet.

Auch die Dämonen jammern vor ihrer Austreibung herzzerreißend.

Und Menschen, die zur Einsicht ihrer Prüfungsarbeiten kommen, lügen und heulen dem Dozenten was vor: ja lügen, wie ich es zweimal nachweislich erlebt habe.
 

Solch auffällig mitledserweckende Statuen wie auf dem Titelbild sind zwar kein Beweis für die Unechtheit der Erscheinung, sie sollten aber doch ein Alarmzeichen sein. Wenn das Auftreten eines Menschen oder auch einer Statue auffällig mitleiderweckend ist, geht es nicht mehr um die Mitteilung einer Not, in der die betreffende Person ja stecken könnte, sondern lediglich nur um die Erhöhung der Chance, von der addressierten Person das Gewünschte, meist Geld, zu erhalten.

 

Nicht jeder, der Mitleid erweckt, verdient auch Mitleid. Die Mitleidstour ist widerlich.

Wahre Tränenwunder

Zuerst möchte ich darauf verweisen, dass es durchaus weinende Marienstatuen geben kann, und möchte dabei auf das kirchlich anerkannte Tränenwunder von Syrakus (Sizilien). "Die Heilige Mutter hat vier Tage lang mit kleinen Zwischenpausen geweint", heißt es auf der verlinkten Seite, und wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass es sich um menschliche Tränen gehandelt hat. So nimmt es auch nicht wunder, dass sich die kirchliche Anerkennung dieses Tränenwunders sogar auf allerhöchste Stelle Stelle berufen kann, und zwar auf den damaligen Papst Pius XII.

Auch bei der Erscheinung der Gottesmutter im ebenfalls kirchlich anerkannten Marienerscheinungsort La Salette zeigen sich die Tränen der Gottesmutter. So lesen wir in einem von "Antimodernist" verfassten Artikel "Diejenige, die weint":

"Während Sie die Kinder anblickt, faltet Sie ihre Arme anmutig über ihrer Brust, wobei ein Strom von Tränen ihre Wangen benetzt."

Blutgeschmier statt Tränen im Antlitz der Gottesmutter-Statue

Hier in Manduria aber sind die Tränen aus Blut, wie das Titelbild dieser Seite zeigt. Das erweckt stärkere Emotionen als bloße menschliche Tränen.

Ab Minute 9:01 heißt es im Video unter gleichzeitigem Zeigen des blutverschmierten Antlitzes der Gottesmutter-Statue:

" 'Meine Tränen werden das große Strafgericht aufhalten, das ihr auf euch herabgezogen habt.' Die Tränen, die Statuen und Bilder seit Beginn der Erscheinungen vergießen, werden zahlreicher und beeindruckender,"

Es ist nicht ganz klar, ob die Tränen, von denen hier die Rede ist, sich auf die an der Statue sichtbaren Bluttränen beziehen. Wenn ja, kann man Blut weinen? Jesus zumindest hat Blut geschwitzt! Oder geht es hier nicht vielmehr um einen verstärkten Appell an die Gefühle der Gläubigen? Um das Ersetzen von Argumenten durch Gefühle, wie von Betrügern stets gemacht!

Nur wenig später (Minute 11:29) spricht Jesus: "Welch ein Leiden verursachen mir meine Wunden! Schaut auf mein Blut und das meiner Mutter, das für euch alle vergossen wird."

Die Irrlehre besteht darin, dass nun das Blut der Mutter Jesu "für alle" (!) vergossen wird.  Und dieses Blut der Muttergottes scheint durch ihre Bluttränen gezeigt zu sein. Tränen "vergießt" (!) man schließlich,  genauso wie Blut infolge von Verletzungen. Wenn auch hier der Zusatz "zur Vergebung der Sünden" fehlt, wird doch der Eindruck erweckt, nicht mehr das Blut Christi bei seinem Kreuzesopfer, sondern die Bluttränen der Gottesmutter seien nun das Werkzeug unserer Erlösung.

Tränen, die die Gottesmutter tatsächlich bereits geweint hat, sei es an der Statue in Syrakus oder in der Erscheinung von La Salette, sind hier in Manduria Bluttränen, die das Erlöserblut Jesu Christi ersetzen.

Maria wird so in eine falsche Rolle ihrer Teilhabe an der Erlösung gesteckt.

Keine Mutter, sondern ein zu bemutterndes Kind

Die Rolle der Gottesmutter als die Mutter aller Menschen wird in dieser Blut weinenden Statue nicht vermittelt. Stattdessen erscheint uns die Statue wie ein Kind, das bemuttert werden will. Der Gläubige soll nun die Mutter sein. Eine weitere Rollenverdrehung.

Die unverletzte Mutter in der lauretanischen Litanei

Es ist meine persönliche Überzeugung, dass die Gottesmutter in ihrem ganzen Leben nicht nur ohne jegliche Sünde und Erbsünde war, sondern als die "mater inviolata" und "mater intemerata" - beides beinhaltet die Bedeutung "unverletzte Mutter" - nie verletzt war, nie geblutet hat, ja nie auch nur den geringsten Kratzer an ihrer Haut bekommen hat. Sie sollte im leiblichen Leben so geschützt sein, wie jeder Mensch geschützt gewesen wäre hätte es den Sündenfall Adams nicht gegeben.

Bluttränen könnten zwar auch als Folge eines Wunders interpretiert werden, sie vermitteln aber doch den Eindruck einer körperlichen Verletzung und wären so ihrer nicht würdig.

Ihr Martyrium unter dem Kreuz war rein geistig - kein Scherge schlug sie -, und so soll es auch sein, wenn sie nun als Mutter der Kirche mit dieser mitleidet. Geistiges Leid, das durch (Wasser-)Tränen gezeigt werden kann wie in Syrakus oder La Salette, kein körperliches Leid aber, das durch Wunder-Bluttränen vermittelt werden könnte.

Ein Video über die Seherin Debora und den Ort Manduria

Notiz:

Arzt untersuchte Debora und blutendes Jesus-Bild:

http://www.botschaften-mariens.de/cms/marienerscheinungen-in-manduria-1992-bis-heute/

Aufruhr in der Kirche

Geführt von einer angeblichen Erscheinung marschiert Debora während eines Gottesdienstes durch die Kirche, erregt so Aufsehen und stört dabei das Gottesdienstgeschehen gewaltig. Eine echte Muttergottes würde sich nicht durch das Stören eines Gottesdienstes wichtig machen.

Daran könnte es liegen, dass ihr gewisse Priester die heilige Kommunion nicht mehr spenden.

Weitere Argumente gegen das Geschehen in Manduria (derzeit erst in Form von Kurz-Notizen)

Anfang der Erscheinung: Disco

Vergleich: Äpfelstehlen in Garabandal

 

Nachplappern:

Lourdes, Fatima, "Lebende beneiden Tote"

 

Klischee-Bedienung Nero (Minute 12:12).

 

Geschmier von einfach hingemalten Kreuzen. Das Erlöserkreuz besteht aus Holz, nicht aus Blut. Blut hat der vergossen, der an ihm gehangen ist.

 

Gnadenwasser genügt offenbar nicht mehr:

Erde (Dreck) ins Gesicht schmireren,

Geweihter Ölbaum: Salbungen mit Öl / Chrisam sind geweihten Priestern vorbehalten.

 

Angeblich wird (gemäß Frau Kübele) der Bluttränenrosenkranz ans Herz gelegt, der ja wegen der Bluttränen unnatürlich ist und wie jeder Kleinrosenkranz den vom gnadenreichen Rosenkranz weglenkt

 

Zum Inhalt der Botschaften:

 

Banalität: sich gegenseitig Vorteil verschaffen (sündhaft?, auf jeden Fall Banalität)

 

Unkenntnis von Fakten: Atombomben-Klischee: die Erde könne in wenigen Sekunden zerstört werden; vermutlich ist die Atombombe gemeint, die es  nicht gibt, und könnten Hirne sowas erfinden, können diese doch kaum verwirrt sein. Sie sind genial, wenn auch böse.

Vergleich: eine ebenfalls unechte Muttergotteserscheinung spricht von bemannter Mondlandung, die es ebenfalls nie gegeben gab.

 

Bei der "Jungfrau von der Eucharistie" in Manduria wird die Muttergottes als Priesterin (mit Hoste und die Hand darunter wie eine Patene haltend; so zumindest sehe ich einen Priester) dargestellt.

Drei Vergleiche:

1. Amsterdam, wo die Gottesmutter vor dem weißen Kreuz steht, Christi Corpus verdeckt (oder ist keiner vorhanden?); auf jeden Fall sollte sie zur Verehrung des Kreuzes doch diesem zugewandt sein, nicht ihm den Rücken zeigen.

2. Ebenso steht "Unsere Liebe Frau von der Arche", bekannt geworden durch den "Little Pebble", vor einem weißen Kreuz.

3. In Garabandal zeichnet sich Conchita in Trance ein Patriarchen- oder gar Papst-Kreuz auf ihre Stirn. Kann ja wohl kaum von der Gottesmutter kommen.

Eine gewisse Würdigung Deboras

Die Seherin Debora  hat sich dem Urteil der Kirche unterworfen und verbreitet seither keine Botschaften mehr. Auf diese Art wird einer Schädigung der Gläubigen durch Falschaussagen angeblicher Marienbotschaften vorgebeugt.

Sie kann sehr termeramentvoll vortragen, verweist da auch auf das Wesentliche; ihre Verlgieche mit Berlosconi eignen sich in Deutschland aber kaum.

Andererseits hält sie ihren Vortrag in einer Kirche und beginnt mit ". . . Wie geht es euch?". sagt: "Wer bei Jesus ist, sollte immer lächeln!", was wieder an Charismatismus erinnert. Am Ende des Vortrags wird aber nicht geklatscht!

Ich frage mich aber auch, warum sie in Hosen auftritt. Warum lehrt sie, wenn es die Muttergottes ist, die ihr erscheint, sie nicht, als Frau angemessen gekleidet zu sein.

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