Maria-zu-lieben-Bittstrophen auf Latein -  Ecclesia crescat

Ein Extra-Lied aus den Strophen 5 bis 8 und einer Kirchenstrophe

Die derzeitige vollständige Fassung des deutschen Marienliedes "Maria zu lieben'" hat neun Strophen. Dabei tanzen die Strophen 5 bis 8 als Bitten, vor allem Fürbitten, aus der Reihe. Sie durchtrennen die Verbindung zur abschließenden neunten Strophe. Deshalb habe ich sie aus der lateinischen Fassung von Maria zu lieben, Amare Mariam, entfernt und fasse sie hier zu einem Extra-Lied, "Ecclesia crescat", zusammen. Da sie aber keine Bitte für die Kirche enthalten, habe ich selbst eine derartige Strophe dazugedichtet und an den Anfang des Liedes gestellt.

Der lateinische Text mit Übersetzung und deutschem Originaltext

  Lateinischer Text Wörtliche Übersetzung   Deutscher Originalext
1. Ecclesia crescat,
Maria, sub te,
et superans hostes
disseminet se.
A te sacerdotes,
moralium lex,
cor fetuum, Papa
serventur, et Rex.
Die Kirche gedeihe,
Maria, unter dir,
und überwältigend die Feinde
breite sie sich aus.
Von dir mögen die Priester,
das Gesetz über das Sittliche
das Herz der Zeugungen, der Papst
erhalten werden, auch der König.
E. Die Kirche gedeihe,
Maria, durch dich;
die Feinde besiegend
verbreite sie sich.
Erhalte die Priester,
die sittliche Zucht,
den Papst, deine Herrscher,
des Mutterleibs Frucht.
 
2. O cordium virtus,
adiuter a te;
custodi, confirma,
corrobora me.
Vis mundi, vis carnis,
et inferi vis
cum mecum contendunt,
refugium sis.
O (du) der Herzen Kraft,
werde mir geholfen von dir;
bewache, festige,
stärke mich.
Die Gewalt der Welt, d. G. d. Flei-
sches und der Hölle Gewalt
wenn mit mir ringen,
mögest du die Zuflucht sein.
5. Du Trost der Betrübten,
zur Hilf sei bereit.
Du Stärke der Schwachen,
beschütz mich im Streit.
Wenn wider mich kämpfen
Fleisch, Hölle und Welt,
sei du mir als Zuflucht
zur Seite gestellt.
 
3. Aterrima corda
salutis in spe,
o marium stella,
tu lumine ple.
Errantes in fide
convertas ad te,
ut verae doctrinae
subiciant se.
Die schwärzesten Herzen
in der Hoffnung auf Heil,
o Stern der Meere,
du mit [deinem] Licht fülle.
Die Irrenden im Glauben
mögest du bekehren zu dir,
damit sie der wahren Lehre
unterwerfen sich.
6. O Meerstern, ich bitte,
dein Licht auch erteil
verfinsterten Seelen
zum ewigen Heil.
Die irren im Glauben,
erleucht und bekehr
zur wahren Erkenntnis
der christlichen Lehr.
 
4. Praefectos, propinquos,
cognatos, et me
omnesque fideles
arcessens ad te,
misericors mater,
favere quae vis,
amanter tuere;
da gratias his.
Die Vorgesetzten, die Nahestehen-
den, die Verwandten und mich
und überhaupt alle Gläubigen
herantreten machend an dich,
barmherzige Mutter,
die du gnädig sein willst,
hab liebevoll unter deiner Obhut;
gib Gnaden diesen.
7. Verwandte, die Nächsten,
der Gläubigen Heer
empfehl ich,
Maria,
auf ewig dir sehr. (†††)
Du Mutter der Gnaden,
barmherzig und mild,
sei ihre Patronin,
ihr Schutz und ihr Schild.
 
5. Et animis functis
propitia sis
quas ignis et culpae
discruciat vis.
Ad te corde clamant,
o virgo, te spe.
His requies detur
aeterna per te.
Auch den vollbracht habenden
Seelen mögest du gnädig sein,
die des Feuers und der Schuld
Gewalt zerquält.
Zu dir schreien sie im Herzen,
o Jungfrau, da du [ihre] Hoffnung.
Diesen werde die Ruhe gegeben,
die ewige, durch dich.
8. Gedenke, o Herrin,
auch gnädig zu sein
den leidenden Seelen
in Fegfeuers Pein.
Du bist ihre Hoffnung;
dir rufen sie zu;
ach lass sie gelangen
zur ewigen Ruh.
 

(†††): In der "Original"-7.-Strophe (hier im ersten Liedtext) scheinen zwei Verspaare willkürlich zusammengemantscht worden zu sein. Erst Verwandte und Freunde der Gottesmutter anempfehlen, diesen dann aber das Patronat, den Schutz und den Schild nicht zu gönnen, sondern ihn für sich allein zu beanspruchen ("sei meine Patronin, mein Schutz und mein Schild,"), obwohl er doch in der fünften Strophe, "Du Trost der Betrübten, …", ohnehin erwähnt ist, ist eine Frechheit, die man in einem Kirchenlied nicht stehen lassen darf, weswegen ich die Ausdrücke "meine" und "mein" (zweimal) durch "ihre" bzw. "ihr" ersetzt.

Auch habe ich die erste Hälfte der 7. Strophe verändert, nicht weil es falsch wäre, seine Freunde der Gottesmutter zu empfehlen, sondern weil es der christlichen Nächstenliebe näher kommt, nicht nur eine eigene Auswahl an Nächsten, sondern alle seine Nächsten, denen man im Leben begegnet, der Gottesmutter anzuempfehlen. Zudem wollte ich auch die in der vorausgehenden Strophe bekehrten Christen sowie überhaupt alle Gläubigen dem besonderen Patronat der Gnadenspenderin empfehlen, sodass ich anstelle des Zusatzes "mit Leib und mit Seel", der womöglich nur aus Reimnot entstanden ist, das Heer der Gläubigen ebenso miteingeschlossen habe. So hat das ganze Lied einen konsistentern Verlauf, in dem keine einzige Menschenseele mehr von der besonderen Obhut der Gottesmutter ausgeschlossen wird.

Zum Mitsingen des lateinischen Textes eine Instrumentalversion mit vierstimmigem Notensatz von Siegfried Rundel

Zum Mitsingen: Captain Cook und seine singenden Saxophone

Berthold Schick im "Alphorn-Home-Office" mit veränderter Melodie im dritten der vier Verse (Doppelzeilen)

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