Titelbild:  Frankreichs Königin Marie-Antoinette, Madame Élisabeth, zwei Prostituierte mit Ludwig XVII. aus dem Film "Die letzten 76 Tage der Königin Marie-Antoinette", Ludwig XVII.

Die Opferung König Ludwigs XVII. und seiner Mutter Marie-Antoinette zur Entweihung der französischen Monarchie

Was mit Ludwig XVII., der nach der Enthauptung Ludwigs XVI. am 21. Januar 1793 alles geschehen ist, wird offenbar in Deutschland nicht bekannt gemacht. Der Vorwurf, seine Mutter, Königin Marie-Antoinette, und seine Tante, Madame Elisabeth, hätten Inzest mit ihrem minderjährigen Sohn bzw. Neffen begangen, wird als Abpressung eines Geständnisses dargestellt, sei es durch pausenlose Verhöre oder durch Folter. Seine Unterschrift unter die Inzest-Anschuldigung gegen seine Mutter hat jedoch einen viel perfideren, viel greifbareren Hintergrund. Darauf und wie man sonst Ludwig XVII. noch verdorben hat, wird im Folgenden eingegangen.

Die Informationen hierzu verdanke ich gloria.tv-User Catholique et Français und seinen Kommentaren zur hier verlinkten französischsprachigen arte-Dokumentation über die letzten 76 Tage der Königin Marie-Antoinette.

Ich bringe die Texte auch auf Französisch, erstens, um Lesern die Möglichkeit zu geben, mir Verbesserungen in der Deutschen Übersetzung vorzuschlagen, und zweitens, weil viele Texte Zitate aus französischen Büchern sind.

Die Entstehung des Inzest-Vorwurfs gegen Marie-Antoinette 

Französischer Text – Informationen von
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Catholique et Français"

Übersetzung ins Deutsche
Voici l'immonde vérité sur le prétendu inceste de la reine martyre contre son fils, Sa Majesté Louis XVII, roi de France et de Navarre (1785–1793–1795). Hier die widerliche Wahrheit über den angeblichen Inzest der Märtyrerkönigin mit ihrem Sohn, Seiner Majestät Ludwig XVII., König von Frankreich und Navarra (1785–1793–1795).
On la connait par un agent anglais: Wir kennen sie von einem englischen Agenten:
Il n'était pas suffisant d'assassiner la reine, il était indispensable de la déshonorer et, à travers elle, de souiller la monarchie. Es war nicht genug, die Königin zu ermorden, es war unerlässlich, sie zu entehren und durch sie die Monarchie zu beschmutzen. 
C'est dont se sont chargés Hébert, l'infâme "Père Duchesne", et son compère, l'homosexuel Chaumette. Darum haben sich Hébert, der berüchtigte "Pater Duchesne", und sein Freund, der homosexuelle Chaumette, gekümmert. 
On commença par arracher le petit roi de 8 ans à sa maman et à sa famille pour le livrer à une brute nommée Simon, chargée de lui faire oublier son nom et surtout de lui donner l'usage quotidien de l'alcool, pour ce que l'on voulait en obtenir. Man begann damit, den kleinen 8-jährigen König seiner Mutter und seiner Familie zu entreißen, um ihn einem Grobian namens Simon zu übergeben, der dafür zuständig war, ihm seinen Namen in Vergessenheit geraten zu lassen, und vor allem dafür, ihm den täglichen Alkoholkonsum zu geben, um das zu erreichen, was man wollte.
Lorsque ce vice fut bien enraciné chez le petit, le temps ayant fait son oeuvre, il fut saoûlé une nouvelle fois et l'on fit monter dans le lit sur lequel il reposait (qui était le lit de son père décapité) deux prostituées ayant quelque ressemblance avec sa maman et sa tante, la sainte et très vertueuse Élisabeth (1764–1794). Als dieses Laster gut in dem Kleinen verwurzelt war – die Zeit hatte ihre Arbeit getan – wurde er wieder einmal betrunken, und man ließ zwei Prostituierte, die eine gewissen Ähnlichkeit mit seiner Mutter und seiner Tante, der heiligen und sehr tugendhaften Elisabeth (1764–1794), hatten, in das Bett steigen, in dem er ruhte (es war das Bett seines enthaupteten Vaters).
Ivre et dans l'obscurité, le roi confondit ces deux filles jouant leur rôle avec les deux princesses. Betrunken und in der Dunkelheit verwechselte der König diese beiden Frauenzimmer, die ihre Rolle spielten, mit den beiden Prinzessinnen.
Il fut ensuite très facile de le faire témoigner et les Archives Nationales (Hôtel de Soubise) conservent encore cet ignoble document signé de la main du petit roi rendu débile par l'alcool !  Es war damals sehr einfach, ihn zum Zeugnis zu bringen, und das Nationalarchiv (Hôtel de Soubise) bewahrt dieses unedle Dokument, das von der Hand des kleinen Königs unterschrieben wurde, der durch Alkohol blöd gemacht wurde, immer noch auf! 
On se désintéressa ensuite de lui pour le laisser crever dans la crasse, la solitude et la tuberculose. Dann verlor man das Interesse an ihm, um ihn an Gehässigkeit, Einsamkeit und Tuberkulose krepieren zu lassen.
Voila sur quelle pourriture s'est construite la Démocratie Française! Das ist es, auf was für einer Fäulnis die französische Demokratie gebaut wurde!

Drei Zeugnisse über Ludwigs XVII. republikanische "Erziehung"

Französische Texte – Informationen von
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Catholique et Français"

Übersetzung ins Deutsche
L’officier municipal Leboeuf témoigna qu’il avait entendu Simon apprendre à l’enfant de huit ans des chansons obscènes et lui faire lire des livres érotiques propres à exciter les sens. Il fut bientôt dénoncé au Conseil Général pour s’être plaint de l’éducation « trop républicaine » que l’on donnait au roi. Der Gemeindebeamte Leboeuf sagte aus, er habe gehört, wie Simon dem achtjährigen Kind obszöne Lieder beigebracht und ihn dazu gebracht habe, erotische Bücher zu lesen, die die Sinne erregen könnten. Er wurde bald vor dem Generalrat denunziert, weil er sich über die "zu republikanische" Ausbildung des Königs beschwert hatte.
Le docteur Naudin fut également témoin d’une scène dans laquelle Simon obligeait l’enfant à chanter des couplets déshonorants contre sa mère. Der Arzt Naudin war ebenfalls Zeuge einer Szene, in der Simon das Kind zwang, entehrende Lieder gegen seine Mutter zu singen.
Par les bulletins de Lord Grenville nous avons d’autres attestations qui confirment ces infamies; il s’agit des confidences de Simon lui-même à l’agent espion, après son départ du Temple; tout en se disculpant, le cordonnier révèle des faits que l’on peut difficilement mettre en doute et qui sont d’ailleurs confirmés par Senart, par exemple : « Simon ne doute pas, quant à lui, que le roi ne soit infecté par le mal vénérien, quoique depuis la mort de la reine sa mère on ne lui ait plus présenté de prostituées; mais il croit que ce qu’on fit à cette époque pour le faire déposer contre sa mère et prouver, par l’état de sa santé, la vérité des dépositions, a suffi pour le corrompre et le gangrener. De temps en temps, il sent sa position, pleure et se désespère. Alors les commissaires l’étourdissent avec de l’eau-de-vie et en le faisant jouer au billard. On ne lui donne pour l’amuser que les livres les plus infâmes; il n’est rien qu’on ne fasse pour le corrompre… » (Bord, Tome III; Pièces Justificatives, pp. 53–54). Durch die Bulletins von Lord Grenville haben wir andere Zeugnisse, die diese Schandtaten bestätigen; es sind die Vertraulichkeiten von Simon selbst gegenüber dem Spionage-Agenten nach seiner Abreise aus dem Temple. Während er sich entlastet, enthüllt der Schuhmacher Tatsachen, die schwer zu bezweifeln sind und die außerdem von Senart bestätigt werden, zum Beispiel: "Simon bezweifelt seinerseits nicht, dass der König mit Geschlechtskrankheiten infiziert ist, obwohl seit dem Tod seiner Mutter, der Königin, keine Prostituierten mehr bei ihm waren; er glaubt aber, dass das, was zu der Zeit getan wurde, um ihn gegen seine Mutter aussagen zu lassen und durch seinen Gesundheitszustand die Wahrheit der Aussagen zu beweisen, ausreichte, um ihn zu verderben und zu vergiften. Von Zeit zu Zeit spürt er seine Lage, weint und ist verzweifelt. Also betäuben ihn die Kommissare mit Brandy und spielen Billard. Nur die schmutzigtsten Bücher werden ihm zur Unterhaltung gegeben; es gibt nichts, was wir nicht tun, um ihn zu verderben " (Bord, Band III; Pièces Justificatives, S. 53–54).

Aus der Biographie von Pierre-Gaspard Chaumette

Pierre-Gaspard Chaumette, bekannt als Anaxagoras; geboren am 24.5.1763 in Nevers und am 13.4.1794 in Paris guillotiniert) war homosexuell („schwul“).

Es folgen einige "erbauliche" Auszüge aus der Biographie dieses schrecklichen Charakters. Die Biographie ist dem folgenden Werk entnommen:

Jean Tulard, Jean-François Fayard et Alfred Fierro « Histoire et dictionnaire de la Révolution Française », Collection « Bouquins », Robert Laffont 2002, pp. 644–645.

(Jean Tulard, Jean-François Fayard und Alfred Fierro: „Geschichte und Wörterbuch der Französischen Revolution“, Sammlung „Bouquins“, Robert Laffont 2002, S. 644–645.)

Pierre-Gaspard Chaumette

Übersetzung ins Deutsche
Expulsé du collège pour mauvaise conduite. (…) Se précipite à Paris en septembre 1790, se présentant comme étudiant en médecine, tenant des propos ultra-révolutionnaires. (…) 

Wurde aus dem College wegen Fehlverhaltens ausgewiesen. (...) Eilt im September 1790 nach Paris, präsentiert sich als Medizinstudent und macht ultra-revolutionäre Bemerkungen. (...) 

Un des meneurs du Club des Cordeliers, il comprend très vite l’intérêt de s‘appuyer sur les couches les plus pauvres, les moins instruites, les plus crédules et les plus maniables de la population parisienne.  Als einer der Führer des Cordeliers-Clubs verstand er sehr schnell, wie wichtig es ist, sich auf die ärmsten, am wenigsten gebildeten, leichtgläubigsten und überschaubarsten Schichten der Pariser Bevölkerung zu stützen. 
(…) Quand, le 5 septembre 1793, la Terreur est mise «à l’ordre du jour», Chaumette s’en fait un exécuteur zélé. (...) Als am 5. September 1793 der Terror "auf die Tagesordnung" gesetzt wurde, machte sich Chaumette zum eifrigen Vollstrecker.
Il y ajoute sa haine d’homosexuel pour les prostituées, prononçant le premier octobre 1793 un terrible réquisitoire contre les filles publiques, que la Convention juge excessif. Er fügte seinen homosexuellen Hass den Prostituierten hinzu und sprach am 1. Oktober 1793 eine schreckliche Anklage gegen öffentliche Mädchen aus, die der Konvent als übertrieben ansah.

Au début de novembre, il est à la tête de ceux qui exigent la déchristianisation et organise des mascarades religieuses qui lui attirent l’hostilité de Robespierre, ce dernier lui reprochant aussi des accusations fantaisistes contre la reine.

Anfang November leitete er jene, die eine Entchristlichung forderten, und organisierte religiöse Maskeraden, die ihn Robespierre feindselig machten. Letzterer machte ihn auch für phantasievolle Anschuldigungen gegen die Königin verantwortlich.

Chaumette modère alors ses ardeurs et fait même l’apologie de l’ « Incorruptible »… Chaumettes Eifer lässt dann nach, und er lobt sogar den „Unbestechlichen“… 

Notes de "Catholique et Français"

Anmerkung von "Catholique et Français"
J’ajoute que je n’ai aucun élément permettant de soupçonner Chaumette de pédérastie (« pédophilie »), même si cet horrible vice n’était pas inconnu dans le personnel révolutionnaire (par exemple le girondin Antoine-Joseph Gorsas). Ich füge hinzu, dass ich keine Beweise habe, um Chaumette der Päderastie ("Pädophilie") zu verdächtigen, auch wenn dieses schreckliche Laster dem revolutionären Personal (zum Beispiel dem Girondin Antoine-Joseph Gorsas) nicht unbekannt war.

Der Zweck der Inszenierung des Inzests

Französischer Text – Informationen von
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Catholique et Français"

Übersetzung ins Deutsche

La machination de l’inceste de la reine avec son fils a été entièrement montée par la « Commune de Paris » représentée par le maire Pache, le Procureur Chaumette et son inséparable substitut Hébert, ainsi que les Municipaux et Commissaires Simon, Daujon et quelques autres dont le célèbre peintre Louis David. 

Die Anzettelung des Inzests der Königin mit ihrem Sohn wurde vollständig von der „Gemeindeverwaltung von Paris“ inszeniert, die vom Bürgermeister Pache, dem Staatsanwalt Chaumette und seinem untrennbaren Stellvertreter Hébert sowie den kommunalen Kommissaren Simon, Daujon und einigen anderen vertreten wurde, darunter der berühmte Maler Louis David.

Cette abomination visait non seulement à faire condamner la reine mais aussi et surtout à la souiller et à déshonorer à jamais à travers elle la monarchie française et à instaurer le "Règne de la Vertu" sous lequel vit la France aujourd'hui. Dieser Greuel zielte nicht nur darauf ab, die Königin abzuurteilen, sondern auch und vor allem darauf, sie zu beschmutzen und durch sie die französische Monarchie für immer zu entehren und die "Herrschaft der Tugend" zu errichten, unter der Frankreich heute lebt.
Et l’on peut dire en toute vérité que la Démocratie Française, qui passe son temps à donner des leçons de morale au monde entier, fut le véritable précurseur des procès staliniens des années 1930, procès qui visaient surtout à déshonorer l’accusé ("aveux", "auto-critique", "confession" etc…) avant de le faire disparaitre. Und man kann in aller Wahrheit sagen, dass die französische Demokratie, die ihre Zeit damit verbringt, der ganzen Welt moralische Lehren zu erteilen, der wahre Vorläufer der stalinistischen Prozesse der 1930er Jahre war, die vor allem darauf abzielten, die Angeklagten zu entehren ("Schuldbekenntnis", "Selbstkritik", "Geständnis" usw.), bevor sie verschwinden.

Video über die letzten 76 Tage der Königin Marie-Antoinette            laissé en français     ------     rechts auf Deutsch

Marie Antoinette, ils ont jugé la reine Die letzten 76 Tage der Königin Marie‑Antoinette
Selon les archives de la Révolution française, les 76 derniers jours de «l'Autrichien», du transfert à la conciergerie, un donjon redouté comme une antichambre de la mort, à la dernière tentative de libération, procès et exécution sont filmés ici. Gemäß den Archiven der französischen Revolution werden hier die letzten 76 Tage der "Österreicherin", von der Überstellung in die Conciergerie, ein Verließ, das als Vorzimmer des Todes gefürchtet wird, bis zum letzten Befreiungsversuch, zum Prozess und zur Hinrichtung verfilmt.
En fait, elle aurait dû gagner l’affaire à une écrasante majorité, car malgré 41 témoins, aucune preuve des charges (en particulier un complot contre la France) n’a pu être produite. Eigentlich hätte sie den Prozess haushoch gewinnen müssen, da man trotz 41 Zeugen keinen einzigen Beweis der Anklagepunkte (vor allem Verschwörung gegen Frankreich) vorbringen konnte.
Elle a répondu à l'allégation d'inceste, présentée par le diffamateur Jacques Hébert, d'une manière si impressionnante qu'il y a eu un changement d'humeur dans la salle d'audience. Den Inzest-Vorwurf, vorgetragen von Dreckschleuder Jacques Hébert, konterte sie so eindrucksvoll, dass es zu einem Stimmungsumschwung im Gerichtssaal gekommen ist. 
Mais tout cela était en vain, car le résultat était déjà certain. Doch all das war umsonst, denn das Ergebnis stand ja schon fest. 
Robespierre avait, comme promis au procureur de la République Fouquier-Tinville, "in extremis", peu de temps pour ainsi dire, veillé à ce que les 15 jurés ne soient plus par accident, mais par le "Welfare Committee", c'est-à-dire finalement être déterminé par lui-même. Robespierre hatte nämlich, wie dem öffentlichen Ankläger Fouquier-Tinville zugesagt, "in extremis", kurz vor knapp sozusagen, noch dafür gesorgt, dass die 15 Geschworenen nicht mehr per Zufall, sondern vom "Wohlfahrtsausschuss", d.h. letztlich von ihm selbst bestimmt werden.
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