Die Vision des Bruders Pacificus: Luzifers Thron für Franziskus bereitet

Aus:
Wolfgang Rüttenauer:
Der Bericht über das Leben des Franz von Assisi
Eine Übersetzung ins Deutsche aus der lateinischen Urschrift
Speculum perfectionis (Der Spiegel der Vollkommenheit)
Auflage 1981, Kösel-Verlag; Seite 107 – 108

Vormals schrieb man die Schrift Bruder Leo, dem Gefährten und Zeitzeugen des Franzsiskus selbst zu, heute geht man von mehreren Autoren mit Bruder Leo, der Tagebuch-Aufzeichnungen geführt hat, als Hauptverfasser aus.

Wie Bruder Pacificus in einer Vision sah und hörte, dass der Thron des Luzifer für den demütigen Franziskus bereitet sei

Als am frühen Morgen Bruder Pacificus zurückkehrte, stand der selige Franziskus im Gebet vor dem Altar. Und Bruder Pacificus wartete auf ihn im Chorraum und betete vor dem Kruzifix. Und als er begonnen hatte zu beten, wurde er emporgehoben und in den Himmel getragen – „ob im Leibe oder außer dem Leibe, das weiß Gott allein“ [2 Kor 12, 2] –, und er sah im Himmel viele Throne und darunter einen, der größer war und herrlicher und leuchtender als alle anderen und mit kostbaren Steinen aller Art geschmückt. Und er bewunderte seine Schönheit und dachte bei sich, wem wohl dieser Thron gehöre. Und sogleich hörte er eine Stimme, welche zu ihm sprach: „Dieser Thron war der Thron des Luzifer, und statt seiner wird der demütige Franziskus auf ihm sitzen,“

Und als er wieder zu sich gekommen war, kam der selige Franziskus zu ihm heraus, und der Bruder warf sich zu seinen Füßen nieder, verschränkte die Arme in der Form eines Kreuzes und sprach zu ihm, als sähe er ihn schon im Himmel auf jenem Throne sitzen: „Vater, sei mir gnädig, und bitte den Herrn, dass er sich meiner erbarme und mir meine Sünden vergebe.“ Der selige Franziskus aber streckte seine Hand aus und hob ihn auf, weil er sogleich erkannte, dass er im Gebet eine Vision gehabt habe. Denn er schien völlig verändert und sprach zum seligen Franziskus nicht wie zu einem im Fleische Lebenden, sondern wie zu einem, der schon im Himmel regiert.

Weil er aber dem seligen Franziskus seine Vision nicht erzählen wollte, begann er später einmal ein Gespräch mit ihm und fragte ihn unter anderem: „Wofür hältst du dich selber, Bruder?“ Und es erwiderte ihm der selige Franziskus: „Es scheint mir, dass ich ein größerer Sünder bin als irgendein Mensch auf der ganzen Welt.“ Und alsogleich ward der Seele des Bruders Pacificus geoffenbart: „Daraus kannst du erkennen, dass die Vision, welche du gesehen hast, wahr ist: so wie Luzifer wegen seinen Hochmuts von jenem Throne herabgeworfen worden ist, wird Franziskus wegen seiner Demut erhöht werden und auf ihm sitzen.“

Bestätigung des Geschauten durch einen Dämon im Jahre 1308

Ich habe hier unter der Überschrift "Die Qual, dass Franziskus den Thron Luzifers erhalten hat" neben dem ältesten Franziskus-Bild die Sicht eines Dämons aus der Teufelsbeschwörung eines Priesters namens Jakobus im Jahre 1308 gebracht. Die Dämonen können den Namen des Franzikus nicht aussprechen, so sehr liegt es ihnen "im Magen", dass der Thron des Luzifers an Franziskus fiel. Hier wird Franziskus der "Stomachosus" (sozusagen: der einem im Magen liegt; der Ärgerliche) genannt.

Folgerung

Diese Vision erklärt vieles von dem, was sich in den letzten Jahrzehnten in der Welt zugetragen hat. Die Person, die Luzifer am meisten hasst, dürfte eher nicht die Gottesmutter sein, sondern derjenige, der, obwohl er in Sünde empfangen wurde und selbst ein Sünder war, seinen Thron erhalten hat. Luzifer also nimmt Rache an ihm, sowohl weltlich als auch kirchlich, Ersteres durch sinnlose Umweltpolitik, um die gute Beziehung des heiligen Franziskus zu Gottes Schöpfung in den Dreck zu ziehen, und Letzteres

1. durch die ökumenischen Gebetstreffen am Franziskus-Ort Assisi, an welchem er sich in all den Religionen, die ihm gehören, anbeten lässt, und das nur deswegen, um die Heimat des heiligen Franziskus, seines Gegners, in den größtmöglichen Dreck zu ziehen

2. durch seinen „Papst“, dem er den Namen seines Gegners Franziskus zukommen ließ, und das nur deswegen, um den Namen des heiligen Franz von Assisi in den größtmöglichen Dreck zu ziehen.

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